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Hygiene in der Praxis Dr. Helge Hanitzsch

Compliance-Prüfung

Die Compliance-Prüfung zeigt, wie konsequent Hygieneregeln in Ihrer Einrichtung tatsächlich umgesetzt werden, etwa bei der Händedesinfektion. Wir kombinieren Beobachtung, Befragung und Verbrauchsdaten und leiten daraus Maßnahmen ab, die zu Ihrer Praxisorganisation passen.

Compliance ist das Ausmaß, in dem einer Empfehlung oder Festlegung, auch im Bereich der Hygiene  gefolgt wird. Es ist leider davon auszugehen, dass die Compliance für kaum eine Hygienerichtlinie oder – festlegung bei 100% liegt. Die Faktoren, die die Compliance beeinflussen, können auf verschiedenen Ebenen der Praxisorganisation liegen. Auf der Ebene des individuellen Mitarbeiters sind dies beispielsweise die Einsicht in die Notwendigkeit, positives oder negatives Feedback oder Rollenmodelle.

Zu den möglichen Strategien zur Verbesserung der Compliance zählen Maßnahmen, wie z. B. Aufklärung oder Fortbildung, Kontrollen (bekannt oder unbekannt), administrative Sanktionierungen oder Verbesserung von Zugangsmöglichkeiten.

Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gern und finden einen für alle Seiten vertretbaren Weg, die Realisierung Ihres Hygieneregimes zu überprüfen.

Wie wir Compliance messen

Keine Methode erfasst die Compliance allein vollständig. Die KRINKO empfiehlt deshalb, mehrere Messverfahren möglichst zu kombinieren. Wir nutzen je nach Fragestellung:

  • Direkte Beobachtung: Sie gilt bei der Händedesinfektion als Goldstandard und zeigt, ob Indikationen erkannt werden und ob Technik und Zeitpunkt stimmen. Grundlage ist das WHO-Modell der fünf Indikationen. Weil die Anwesenheit eines Beobachters das Verhalten beeinflussen kann, ist sie eine Momentaufnahme.
  • Befragung: Gespräche und Fragebögen zeigen Wissen, Einstellungen und Hindernisse im Alltag, etwa ungünstig platzierte Spender oder Zeitdruck.
  • Verbrauchsdaten: Der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel ist ein Surrogatparameter. Er bildet Entwicklungen über längere Zeit ab, ist aber nicht mit der Compliance gleichzusetzen und nur mit vergleichbaren Bereichen vergleichbar.
  • Ergebnis- und Dokumentenkontrollen: Reinigungs- und Desinfektionsprotokolle, Unterweisungsnachweise und für die Flächendesinfektion Abklatschproben zur Wirksamkeitskontrolle.

Maßnahmen

Aus den Ergebnissen leiten wir Maßnahmen auf den Ebenen ab, die die Compliance beeinflussen – vom einzelnen Mitarbeiter bis zur Organisation der Praxis. Die KRINKO empfiehlt dafür ein multimodales Vorgehen:

  • regelmäßige Fortbildungen, etwa als Inhouse-Schulung,
  • Messungen mit Rückmeldung der Ergebnisse an das Team,
  • bessere Verfügbarkeit von Händedesinfektionsmitteln am Ort der Tätigkeit,
  • Erinnerungshilfen im Arbeitsbereich,
  • sichtbare Unterstützung durch die Praxisleitung.

Schulungen allein haben nach der KRINKO nur einen geringen, kurz anhaltenden Effekt. Wirksam ist die Kombination, ergänzt um klare Regelungen im Hygieneplan und eine Wiederholungsmessung, die zeigt, ob die Maßnahmen greifen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Compliance in der Hygiene?

Compliance bezeichnet das Ausmaß, in dem Hygieneempfehlungen und -festlegungen tatsächlich befolgt werden. Bei der Händehygiene beschreibt sie, in welchem Anteil der Situationen, in denen eine Händedesinfektion angezeigt ist, diese auch korrekt durchgeführt wird.

Reicht der Verbrauch an Händedesinfektionsmittel als Nachweis der Compliance?

Nein. Der Verbrauch ist ein Surrogatparameter: Er zeigt Trends über längere Zeiträume, lässt aber keine direkten Rückschlüsse darauf zu, ob die Händedesinfektion bei der richtigen Indikation und mit der richtigen Technik erfolgt. Die KRINKO empfiehlt, Beobachtung, elektronische Systeme und Verbrauchsmessung möglichst zu kombinieren.

Verändert die Beobachtung das Verhalten der Mitarbeitenden?

Das ist möglich: Wer weiß, dass er beobachtet wird, arbeitet häufig gewissenhafter als sonst (Hawthorne-Effekt). Die Beobachtung ist deshalb eine Momentaufnahme, die wir mit Befragungen und Verbrauchsdaten ergänzen.

Fragen zu Lehrgängen, Beratung oder Gutachten?

Dr. Helge Hanitzsch berät Sie persönlich – telefonisch, per E-Mail oder in einem kurzen Online-Termin.