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Hygiene in der Praxis Dr. Helge Hanitzsch

Abklatschproben: Wirksamkeit der Flächendesinfektion prüfen

Mit Abklatschproben prüfen wir, ob Ihre Flächendesinfektion im Alltag wirkt: Wir nehmen vor Ort Proben von desinfizierten Flächen, lassen sie im Labor auswerten und erstellen ein Protokoll zum Archivieren. Wir empfehlen diese Kontrolle mindestens einmal im Jahr – in der täglichen Hektik wird sie oft vergessen.

Bebrütete Abklatschprobe: Nährbodenplatte mit zahlreichen Bakterien- und Pilzkolonien neben dem beschrifteten Deckel

Wer Flächen desinfiziert, will sicher sein, dass das Verfahren auch wirkt. Genau das zeigen Abklatschproben: Sie machen sichtbar, wie viele Keime nach der Desinfektion noch auf einer Fläche haften. Wir empfehlen, die Wirksamkeit Ihrer Flächendesinfektion mindestens einmal im Jahr zu kontrollieren und das Protokoll zu archivieren. Oftmals wird dies in der täglichen Hektik vergessen – hier helfen wir Ihnen einfach und preiswert weiter.

Was sind Abklatschproben?

Abklatschproben, fachlich Kontaktkulturen, sind Nährbodenplatten, die kurz auf die zu prüfende Fläche gedrückt werden. Dabei bleiben Mikroorganismen auf dem Nährboden haften. Für wischdesinfizierte Flächen wird je nach Wirkstoff ein Nährboden mit Neutralisierungszusatz verwendet, damit Reste des Desinfektionsmittels das Ergebnis nicht verfälschen. Nach 24 bis 48 Stunden Bebrütung im Labor werden die gewachsenen Kolonien als koloniebildende Einheiten (KBE) gezählt und bei Bedarf differenziert.

Warum sollten Sie die Wirksamkeit prüfen?

Die KRINKO, die Hygienekommission beim Robert Koch-Institut, empfiehlt, die Qualität der Flächenreinigung und -desinfektion durch ein einrichtungsbezogenes Hygienemonitoring zu sichern. Umfang und Wiederholungsabstände legt in Praxen und anderen ambulanten Einrichtungen die Leitung fest, gegebenenfalls gemeinsam mit einer externen Hygieneberatung. Methoden, die die mikrobielle Belastung erfassen, geben nach der KRINKO-Empfehlung einen besseren Hinweis auf die Wirksamkeit der Desinfektion als Sicht- oder Fluoreszenzkontrollen. Auch die TRBA 250 empfiehlt, die festgelegten Hygienemaßnahmen unter anderem durch anlassbezogene hygienisch-mikrobiologische Umgebungsuntersuchungen zu überprüfen und anzupassen. In Sachsen verlangt die Sächsische Hygiene-Verordnung unter anderem von Tattoo-, Piercing-, Kosmetik- und Fußpflegebetrieben, Reinigung, Desinfektion und Sterilisation „und deren Funktionsüberprüfung“ im Hygieneplan zu dokumentieren.

Bitte bedenken Sie: Hygiene zählt zu den beherrschbaren Risiken. Der Bundesgerichtshof ordnet Hygienemängel dem voll beherrschbaren Risikobereich zu (Urteil vom 20.03.2007, VI ZR 158/06); grobe Verstöße gegen Hygieneregeln können zu einer Umkehr der Beweislast führen (Urteil vom 08.01.2008, VI ZR 118/06). Heute ist dieser Grundsatz in § 630h Abs. 1 BGB geregelt. Ein Protokoll Ihrer Wirksamkeitskontrolle hilft, Ihre Sorgfalt nachzuweisen.

So läuft der Abklatschprobenservice ab

  1. Abstimmung: Wir legen mit Ihnen die Probenstellen fest, etwa Behandlungs- und Arbeitsflächen, Handkontaktflächen und den Aufbereitungsbereich.
  2. Probennahme vor Ort: Wir nehmen die Proben auf Flächen, die nach Ihrem üblichen Verfahren desinfiziert wurden.
  3. Laborauswertung: Die Nährbodenplatten werden in einem mikrobiologischen Labor bebrütet und ausgewertet.
  4. Befund und Protokoll: Sie erhalten ein Protokoll mit Probenstellen, Datum, Ergebnissen und unserer fachlichen Bewertung.
  5. Beratung: Wir besprechen die Ergebnisse mit Ihnen und zeigen, wo Sie nachbessern können – bei Bedarf mit einer Nachkontrolle.

Was Sie erhalten

  • ein archivierbares Protokoll für Ihre Hygienedokumentation und für Begehungen
  • die Ergebnisse je Probenstelle in KBE mit Bewertung
  • konkrete Hinweise zu Desinfektionsmittel, Einwirkzeit, Tüchern und Wischtechnik
  • auf Wunsch Unterstützung bei der Anpassung Ihres Hygieneplans

Wie werden die Ergebnisse bewertet?

KBE-Zahlen erlauben keine direkte Aussage über ein Infektionsrisiko; sie müssen fachlich eingeordnet werden. Als Orientierung nennt die Fachliteratur für gereinigte und desinfizierte Flächen Werte von unter 2,5 bis 5 KBE pro Quadratzentimeter. Typische Krankheitserreger sollen auf sachgerecht gereinigten und desinfizierten Flächen nicht nachweisbar sein. Wir bewerten Ihre Ergebnisse immer im Zusammenhang mit Ihrer Einrichtung und Ihrem Hygieneplan.

Abklatschproben ersetzen nicht den Blick auf die Abläufe. Nach der KRINKO-Empfehlung ist unabhängig von der Messmethode zu beobachten, ob die Flächendesinfektion korrekt durchgeführt wird. Auf Wunsch beurteilen wir deshalb bei der Probennahme auch Desinfektionsmittel, Dosierung, Tücher und Wischtechnik.

Für wen eignet sich der Service?

Für alle Einrichtungen, die Flächen desinfizieren: Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen, podologische Praxen, Sanitätshäuser sowie Kosmetik-, Tattoo- und Piercingstudios. Sprechen Sie uns an – wir erstellen Ihnen gern ein Angebot.

Häufige Fragen

Wie oft sollte die Flächendesinfektion mit Abklatschproben überprüft werden?

Die KRINKO überlässt Umfang und Wiederholungsabstände des Hygienemonitorings in ambulanten Einrichtungen der Leitung. Wir empfehlen, die Wirksamkeit mindestens einmal im Jahr zu prüfen und zusätzlich bei besonderen Anlässen – etwa nach einem Wechsel des Desinfektionsmittels, bei neuem Personal, nach einem Umbau oder bei einem Ausbruchsgeschehen.

Welche Flächen werden bei Abklatschproben beprobt?

Beprobt werden Flächen mit besonderer Hygienerelevanz, zum Beispiel Behandlungsliegen, Arbeitsflächen für aseptische Tätigkeiten, häufig berührte Handkontaktflächen und Flächen im Aufbereitungsbereich. Welche Stellen sinnvoll sind, legen wir gemeinsam anhand Ihres Hygieneplans und Ihrer Abläufe fest.

Was bedeutet die Angabe KBE im Befund?

KBE steht für koloniebildende Einheiten. Jede Kolonie auf der bebrüteten Nährbodenplatte ist aus einer einzelnen Zelle oder einem Zellverband gewachsen, der auf der geprüften Fläche haftete. Angegeben wird die Zahl je Platte oder je Quadratzentimeter; sie muss fachlich bewertet werden.

Was passiert, wenn die Ergebnisse auffällig sind?

Wir suchen gemeinsam nach der Ursache, etwa ein ungeeignetes Mittel, eine zu niedrige Konzentration, eine zu kurze Einwirkzeit, ungeeignete Tücher oder Lücken in der Wischtechnik. Danach passen wir Hygieneplan und Unterweisung an und empfehlen eine Nachkontrolle, um die Verbesserung zu belegen.

Fragen zu Lehrgängen, Beratung oder Gutachten?

Dr. Helge Hanitzsch berät Sie persönlich – telefonisch, per E-Mail oder in einem kurzen Online-Termin.